Beerdigungsbrauchtum im Wallis

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Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Im Wallis hat sich das Beerdigungsbrauchtum im Laufe des 20. Jahrhundert stark verändert, im Gleichschritt mit dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbruch. Dieser brachte nicht zuletzt einen Wandel des spirituellen Lebens und des Verhältnisses zur Kirche mit sich. Mit ihm änderte sich auch das Verhältnis zum Tod, der zunehmend aus dem häuslichen Umfeld verschwindet und nun von Spezialisten ‚verwaltet’ wird. Auch die Beerdigungsfeier, die früher von Kirche und Dorfgemeinschaft geprägt war, zeigt zunehmend persönliche Züge. Dennoch wirken alte Muster fort. Dieser Text behandelt das Beerdigungsbrauchtum im Wallis anhand des Beispiels Hérémence, und zwar vom späten 19. Jahrhundert bis heute.

Universelles Bedürfnis, vielfältiges Brauchtum

Sterben – die letzte Etappe eines Lebens. Für den gläubigen Menschen ein Übergang zwischen zwei Welten. Wenn auch die Umstände jeweils verschieden sind, ist doch das Ende für uns alle das gleiche. Sehr unterschiedlich präsentieren sich jedoch die Glaubensüberzeugungen und Praktiken, die mit dem Tod verbunden sind. Und doch: „Als existenzieller Übergang bedarf der Tod eines Rituals, unabhängig von Glaube und Lebenseinstellung“, wie der Soziologe Bernard Crettaz schreibt (Crettaz u.a., 1999:13).

Der Tod stellt den letzten Übergang im Lebenslauf dar (nach Geburt, Heirat usw.). Vom Moment des Todes bis zur Trauerzeit durchlaufen die Familie und das Umfeld des Verstorbenen mehrere Phasen. Dabei haben sich die verschiedenen Formen und Rituale im Wallis im Laufe des 20. Jahrhundert stark verändert, parallel zum Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft. Dieser brachte nicht zuletzt einen gesellschaftlichen Wandel des spirituellen Lebens und des Verhältnisses zur Kirche mit sich. Mit ihm änderte sich auch die Einstellung zum Tod, der zunehmend aus dem häuslichen Umfeld verschwindet und nun von Spezialisten ‚verwaltet’ wird. Auch die Beerdigungsfeier, die früher von Kirche und Dorfgemeinschaft geprägt war, zeigt zunehmend persönliche Züge. Dennoch wirken alte Muster weiter, wie etwa die Mahlzeit oder der Imbiss nach der Beerdigungsfeier oder die Todesanzeige in den Tageszeitungen Le Nouvelliste und Walliser Bote und die Danksagung in Form einer Karte.

Dieser Text behandelt das Beerdigungsbrauchtum im Wallis hauptsächlich anhand des Beispiels Hérémence, einer Berggemeinde im Mittelwallis, und beschreibt die Entwicklung ab dem 19. Jahrhundert. Ähnliche Formen und Entwicklungen finden sich in regionalen Varianten im ganzen Kanton.

Vergangenheit

Mit dem Tod gehen Individuum und Gemeinschaft eine besondere Verbindung ein. Wenn ein Mensch in die „andere Welt“ übergeht, setzen die Angehörigen feststehende Rituale in Gang, bei denen sich die Welt der Toten und die Welt der Lebenden überschneiden. Der Verstorbene wird von der Gemeinschaft umsorgt, um den Frieden im Jenseits zu finden. Dabei können drei Phasen unterschieden werden: Vorbereitung, Übergang und Verbindung. In diesen drei Phasen spiegelt sich nicht nur der Weg der Gemeinschaft bei einem Todesfall, sondern auch die lebenslange Vorbereitung auf den Tod. Gleichzeitig machen diese Phasen den Tod zu einem Ereignis, welches das Individuum ans Kollektiv bindet.

Die Vorbereitung

Im Alltag wurde der Tod in Verbindung mit Epidemien, Krankheiten und Kindersterblichkeit erlebt. Er war Bestandteil des Lebens und selbst die Kinder waren mit ihm konfrontiert. Entsprechend waren die Sorge ums Seelenheil und insbesondere die Furcht vor einem plötzlichen Tod – ohne Vorbereitung durch die Sakramente der Kirche – überall und stets vorhanden. Die Vorbereitung auf den Tod war ein lebenslanges Anliegen, das sich in der Lebensführung und der Befolgung der Gebote äusserte, aber auch in Form von Gebeten und andern Glaubenspraktiken. Die Gebets- und Andachtsbücher enthielten denn auch zahlreiche Formeln über den Tod. Wichtig waren in diesem Zusammenhang die Sakramente. So galt es, ein Neugeborenes möglichst schnell zu taufen, damit es im Fall eines Kindstods das ewige Seelenheil erlangte; oder bei einem nahenden Tod rechtzeitig den Pfarrer zu benachrichtigen, um die Beichte abzulegen, die Kommunion zu empfangen und die Krankensalbung („letzte Ölung“) zu erhalten und so ruhig gehen zu können. Bei der Krankensalbung begab sich der Priester ans Bett des Sterbenden, wo die Angehörigen auf einem mit weissem Tuch bedeckten Tischchen bereits alles bereit gestellt hatten: Kruzifix, Kerze, Weihwasser sowie Wasser und Tuch zum Reinigen der Finger nach der Ölung. Das geweihte Öl brachte der Priester in der Regel selber mit. Dieser war begleitet von einem Messdiener, der eine mit einem Glöcklein versehene Laterne trug, was dem Dorf anzeigte, dass eine Person im Sterben lag.

Marielle Dayer : Darstellung des Jüngsten Gerichts in der Kapelle von de Riod. Das Gottesgericht entscheidet über ewiges Leben und ewige Verdammnis aller Lebenden und Toten.

























Der Übergang

Mit dem letzten Atemzug tritt der Verstorbene in die unsichtbare Welt über; ein Übergang, der mit Hilfe der von den Lebenden ausgeführten Rituale vollzogen wird.

Die Totenglocke zeigte den Aussenstehenden das Ableben eines Mitmenschen an: fünf Glockenschläge für eine Frau, sechs für einen Mann. Sobald bekannt war, um welche Person es sich handelt, begab man sich zu den Trauernden und versammelte sich zum Totengebet. Nun setzte eine streng reglementierte Phase ein. Die Familie wusch den toten Körper und kleidete ihn ein. Gleichzeitig wurde der Raum, in welchem der Verstorbene aufgebahrt wurde, geschmückt. Nahe dem Leichnam wurden auf einem weissen Tischtuch ein Kruzifix, zwei Kerzen, die ständig brannten, Weihwasser sowie ein Wacholderzweig angeordnet. Während des Tages war die Familie beim Toten, nachts hielten „Beterinnen“ die Totenwache. Diese erhielten als Entgelt ein Kleidungsstück der verstorbenen Person, bei einem Mann etwa ein paar Hosen, ein Gilet oder eine Weste, bei einer Frau einen Rock oder eine Jacke. Um 1940 übernahm die Bruderschaft vom Kind Marias diese Funktion, später waren es die Mitglieder der katholischen Landjugend. Damals fand die Sarglegung erst am Morgen des Beerdigungstages statt. 1975 wurde die Totenwache in Hérémence abgeschafft, seit 1977 steht für die Aufbahrung eine Krypta zur Verfügung.

Bis zur Ernennung eines Bestatters durch die Gemeinde schaufelten jeweils die Nachbarn des Verstorbenen das Grab. Sarg und Grabkreuz wurden durch den lokalen Schreiner angefertigt, wobei die Angehörigen das Holz lieferten.

Am Vortag der Beerdigung wurde mittags nach dem Angelus das Ende geläutet, zweimal für eine Frau, dreimal für einen Mann. Und ein letztes Mal ertönten die Glocken zur Beerdigung. Bevor der Sarg zur Kirche geleitet wurde, nahmen die Angehörigen gemeinsam den chelemin ein, eine aus Brot, Käse und Wein bestehende Mahlzeit. Totenwache, Transport des Leichnams und Begräbnis bildeten so die letzten Etappen vor der Grablegung.

Sammlung Patrimoine Hérémence : Medaille des Altarssakraments. War der Verstorbene Mitglied der Sakramentsbruderschaft, wurde er im weissen Kleid der Bruderschaft beerdigt. Dieses hatte eine Kapuze, mit der das Gesicht des Verstorbenen bedeckt wurde. Später wurde das Bruderschaftskleid durch eine Medaille ersetzt, die aufs Kleid des Verstorbenen geheftet wurde.

Die Beerdigung fand in der Regel zwei Tage nach dem Tod statt, im Beisein praktisch der gesamten Dorfgemeinschaft. Früher war es üblich, dass die nahen Verwandten im Haus des Verstorbenen zu einem Imbiss eingeladen waren. Wegen Missbrauchs wurde dieser Brauch 1894 vom Kanton Wallis offiziell verboten. In Mâche (Dorfschaft von Hérémence) wurden Brot, Käse und Wein verteilt, bevor es zur Beerdigung nach Hérémence ging.

Im Dorf wurde der Leichnam vor der Pfarrkirche empfangen, und zwar je nach Wohnort des Verstorbenen beim nördlichen oder beim südlichen Eingang. Dabei sprach ein Behördemitglied (Richter oder Gemeinderat) Gebete, die die Gläubigen erwiderten, bevor der Sarg mit einer grossen, schwarzen Decke verhüllt wurde.

Dann setzte sich der Begräbniszug in Bewegung und der Sarg wurde von vier Trägern (meist Neffen oder Vettern der verstorbenen Person) ins Innere der Kirche getragen. Voraus ging das von einem schwarzen Schleier verhüllte Tragkreuz der Rosenkranzbruderschaft, gefolgt von den Frauen mit einem weissen Schleier über dem Hut, dem Kreuz der Sakramentsbruderschaft, den Gläubigen, dem Pfarreikreuz, den Sängern und der Geistlichkeit. Das Grabkreuz wurde von einem Patenkind oder vom Paten getragen. Für junge Ledige wurde es mit einem künstlichen Blumenkranz, genannt mâyó, geschmückt. Wichtig war auch die Anwesenheit des Priors oder der Priorin des Heiligen Rosenkranzes oder von deren Stellvertreter.

Für die Messe nach dem tridentinischen Ritus trug der Priester die dem Anlass entsprechenden schwarzen liturgischen Gewänder. Der Beerdigungsgottesdienst schloss mit der Absolution, das heisst der feierlichen Segnung des Sarges und dem Gesang Libera me.

Nach dem Beerdigungsgottesdienst wurde der Leichnam auf den Friedhof geleitet und ins Grab gelegt. Dieses wurde von Nachbarn der verstorbenen Person vorbereitet oder im Fall eines Kindes vor der Ersten Kommunion durch den Paten. Zugeschaufelt wurde das Grab von Neffen und Sargträgern. Der Verstorbene weilte nun bei den Ahnen und die Angehörigen konnten sich wieder dem Alltag zuwenden, nicht ohne das Andenken an den Verstorbenen zu pflegen.

Edouard Vallet : Beerdigung (Hérémence), Radierung, 1911. Kunstmuseum Wallis, Sitten © Walliser Kantonsmuseen; Michel Martinez, Sitten.


Patrimoine Hérémence : Der ehemalige Friedhof von Hérémence, vor 1932.


Die Verbindung

Wie gestalteten sich die Verbindungen zwischen den Lebenden und den Toten? Wie wurde der Furcht vor den armen Seelen begegnet und wie dem Bedürfnis nach dem Totengedenken nachgelebt? Die Erinnerung an die Verstorbenen erfolgte an besonderen Orten und zu bestimmten Zeiten.

Um den Verlust anzuzeigen, trugen die näheren Verwandten Trauerkleidung. Bis um 1970 trugen in Hérémence Familienangehörige ein Jahr und sechs Wochen Trauer sowie Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Vettern und Basen sechs Wochen lang. Die weibliche Trauerkleidung bestand aus einem schwarzen Kopftuch und einer schwarzen Schürze, die männliche aus einer schwarzen Krawatte und einem schwarzen Band an der Weste, das später durch einen schwarzen Knopf ersetzt wurde. In der Regel rasierten sich die Männer nicht. Beim Tod eines jungen ledigen Mannes war die weibliche Trauerkleidung weiss.

Für das Seelenheil der Verstorbenen wurden auf Wunsch der Familien oder der Bruderschaften Messen gelesen. Der wichtigste Ort des Totengedenkens war aber der Friedhof. Hier besuchten die Angehörigen die Verstorbenen, an bestimmten Tagen auch in Gemeinschaft, so am 1. und 2. November (Allerheiligen und Allerseelen) sowie am 13. Januar (Hilarius) und am 2. Februar (Maria Lichtmess).

Eine wichtige Form der Verbindung zwischen den Lebenden und den Toten waren auch die Todesandenken in Form von Kleindrucken, die im Fall von Hérémence meist bei der Druckerei Schmid in Sitten hergestellt wurden. Der rückseitige Text bestand in der Regel aus einem Kurzgebet mit der Funktion eines Ablasses, der auch der Vergebung der Sünden des Verstorbenen dienen sollte. Die „Totenbildchen“, im Patois êmâze genannt, wurden an Verwandte und Bekannte verteilt und zur Erinnerung an die verstorbene Person sorgfältig aufbewahrt. Gewöhnlich wurden sie in Mess- und Andachtsbüchern oder aber in Alben gesammelt, manchmal auch an die Wände der Wohnung gehftet. In Hérémence geht dieser Brauch auf das frühe 20. Jahrhundert zurück und wird noch heute gepflegt.
Todesandenken:
Anne-Marie et Jean-Baptiste Genolet
Anne-Marie et Jean-Baptiste Genolet verso
Camille Bournissen
Camille Bournissen verso
Jeanne Mayoraz
Jeanne Mayoraz verso
Todesandenken, wie sie an Verwandte und Bekannte einer verstorbenen Person verteilt werden. Fotografie: Patrimoine Hérémence.

Sicht- und spürbar war auch die Furcht vor den armen Seelen. Dabei handelt es sich um die Seelen von Personen, die sich in ihrem Leben Verfehlungen haben zuschulden kommen lassen und die verstorben sind, ohne die Sterbesakramente empfangen zu haben. Messen und Gebete sollten Schutz gewähren vor den armen Seelen und diese gleichzeitig vom Fegefeuer befreien.

Ausdruck der Furcht vor den armen Seelen ist das Sagenmotiv der Totenprozession (Gratzug), wie es im ganzen Alpenraum bekannt ist. In Hérémence hat sich dieses Motiv in Form der Sage über den „Totenbrunnen“ bis in die heutige Zeit erhalten.

Colette Nendaz: La fountan’na di mô („La fontaine des morts“ / „Der Totenbrunnen“), 2011. Die Sage von der Totenprozession erzählt, dass die armen Seelen sich jede Nacht versammeln, um von Sitten nach „Plan des Morts“ oberhalb Hérémence zu ziehen. In gewissen Varianten der Sage heisst es, dass die armen Seelen beim „Totenbrunnen“ anhalten, um Wasser zu trinken. Noch heute ist jede Person, die hier Wasser trinkt, eingeladen, ein Kreuz zu hinterlegen.

Gegenwart

Was ist von all diesen Praktiken und Vorstellungen übrig geblieben? Der entscheidende Wandel setzte zweifellos in den 1960er Jahren ein und vollzog sich im Rahmen eines gesellschaftlichen Wandels, der das Wallis als ganzes und die gesamte westliche Welt erfasste. Die Entwicklung des Spitalwesens, die Einrichtung von Altersheimen und eine gewisse Distanzierung von der Kirche bewirkten einen Wandel in der Einstellung zum Tod, der allmählich aus dem Alltag verschwindet. So werden die Toten kaum mehr zu Hause aufgebahrt und der Leichnam wird nicht mehr von der Familie vorbereitet. Neue Akteure treten auf (Palliativmedizin, Bestattungsinstitute…) und mit ihnen neue Rituale und Praktiken. Wichtige Faktoren dieses Wandels sind die Individualisierung und Anonymisierung der Gesellschaft sowie die Urbanisierung und die damit verbundene Lockerung der sozialen Beziehungen. Der Tod wird nun eher als individuelles Ereignis erlebt und weniger als Übergang, den eine ganze Gruppe vollzieht.

Doch all diese Entwicklungen vermögen nichts an den menschlichen Grundbedingungen zu ändern. Und so bleibt der Tod eine einschneidende Erfahrung, die der Rituale bedarf, insbesondere für diejenigen, die der verstorbenen Person nahe stehen. Das Ritual soll helfen, das schmerzhafte Ereignis zu strukturieren und ihm Sinn abzugewinnen. Dazu gehören das gemeinsame Aufsuchen des Todesortes, der Besuch in der Aufbahrungskapelle, die Begräbniszeremonie, das Geleit auf den Friedhof, ein Glas Wein oder ein Imbiss nach der Beerdigung, die Jahrzeitmessen… Manches von den früheren Ritualen ist also noch vorhanden, wenn auch die Rolle der Kirche an Bedeutung verloren hat. Auch die Brauchformen werden nicht mehr von Generation zu Generation weitergegeben, sondern von Spezialisten vorgegeben. Anderseits bleibt die Familie stark am ganzen Brauchablauf beteiligt. Und der Sterbende kann selber über die Form seiner Beerdigung entscheiden (Kremierung oder Erdbestattung, öffentliches Begräbnis oder im engsten Familienkreis, mit oder ohne Priester usw.).

Insbesondere durch die Einführung der Kremierung in den 1990er Jahren hat sich das Begräbnisbrauchtum stark verändert. So begleiten die Beerdigungsteilnehmer den Sarg nicht mehr auf den Friedhof, sondern verabschieden sich vom Verstorbenen in oder vor der Kirche. Und es entwickeln sich neue Formen der Beisetzung wie zum Beispiel das Verstreuen der Asche an einem symbolischen Ort.

Die Todesrituale dauern in der Regel weit über den Zeitpunkt des Todes hinaus. Wach gehalten wird die Erinnerung an die Verstorbenen noch immer an Allerheiligen (1. November). An diesem Tag begeben sich viele Familien auf den Friedhof und dekorieren die Gräber ihrer Angehörigen mit Blumen, meist mit Chrysanthemen. An verstorbene Angehörige erinnern auch die Jahrzeitmessen, die gleichzeitig einen Moment der Einkehr und der Gemeinsamkeit darstellen.

Im Wallis spielen auch die Medien eine wichtige Rolle. Todes- und Erinnerungsanzeigen sowie Danksagungen erscheinen insbesondere in den Tageszeitungen Le Nouvelliste und Walliser Bote. Nach wie vor praktiziert wird auch der Versand von Danksagungskarten an Personen, die ihr Beileid bekundet haben. Diese Karten enthalten in der Regel eine Porträtaufnahme der verstorbenen Person, deren Lebensdaten sowie ein kurzes Zitat.

Mehr und mehr wird die Todesnachricht heute auch via Internet veröffentlicht, so etwa in speziellen Rubriken der Webseiten der Lokalradios Radio Rottu Oberwallis oder Rhône FM. Schweizweit veröffentlicht die Seite www.deces.ch Todesanzeigen.

Simon Genolet: Das Kolumbarium von Hérémence, 2011. Die Kremierung beeinflusst auch die Friedhofsgestaltung und die Grabpflege. Und sie verändert den Begräbnisritus: Der Sarg wird von den Angehörigen nicht mehr zum Friedhof begleitet. Fotografie: Simon Genolet, Hérémence.



Referenzen

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Filmographie

Mayoraz, Julie. 2011. « La fountan’na di mô » (« La fontaine des morts »). Neuchâtel: Institut d’ethnologie. 20 min.


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