Sammeln und Anbau von Wildpflanzen

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Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Das Sammeln von Wildpflanzen gehörte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts zu den Gepflogenheiten der meisten Walliser Familien. Gegenwärtig wird diese Tätigkeit von Personen bäuerlicher Herkunft, von Bergexperten, von Anhängern der Alternativmedizin, von Produktherstellern und -verkäufern, von Exkursions- oder Seminarteilnehmern wie auch von der Genossenschaft Valplantes ausgeübt. Das Sammeln von Pflanzen erfolgt gewöhnlich autonom, unter Berücksichtigung der geltenden Schutzgesetze. Heilpflanzen, die als Nahrungsmittel oder Schmuck sowie medizinischen, kosmetischen, handwerklichen oder spielerischen Zwecken dienen, werden weiterhin gesammelt. Der grösser werdende Markt führte zum Anbau der meistgefragten Arten. An den Schulen sollte ein vertiefter Umweltunterricht angeboten werden. Jegliche Aktivitäten im Bereich der Ethnobotanik sollten unterstützt und gefördert werden, um eine kontrollierte Beziehung zwischen dem Menschen und seiner Umwelt aufzubauen. Angesichts der wachsenden Bewusstseinsbildung ist jeder für den Umgang mit den natürlichen Ressourcen und deren Erhaltung verantwortlich.

Die Akteure

Sammeln von Arnika im Wallis für den persönlichen Gebrauch

Die meisten Personen, die heutzutage Wildpflanzen sammeln, haben einen engen Bezug zur Natur. Entweder sind sie als Bauer aktiv oder bäuerlicher Herkunft. Das Wissen wird von einer Generation zur anderen weitergegeben. Im Val de Bagnes beispielsweise ist der Umgang mit rund hundert Pflanzen noch relativ geläufig (Nicollier und Nicollier, 1984). Oftmals kennen Bergexperten (Bergsteiger, Bergführer, Wanderleiter, Sportler, Wanderer) die Wirkung alpiner Pflanzen, z. B. der Edelraute (Lauber und Wagner, 2007), des gelben Enzians, der Arnika und des Meisterwurz, und stellen selber Elixiere und Salben her.

Beeinflusst von Trends wie die Rückkehr zur Natur und der Einsatz von Naturheilmitteln, sammeln weitere Personen im Unter- und Oberwallis Wildpflanzen für den Eigengebrauch. Andere sammeln Wildpflanzen zur Herstellung eigener Produkte (Kräutertees, Elixiere, Extrakte, Öle, Sirups, Gewürze, Tinkturen), jedoch zu gewerblichen Zwecken, so Germaine Cousin und ihr Sohn Raymond in Saint Martin, Renée und Pierre-André Burri in Ayent, Rose Panchard in Chalais und Marlène Galetti in Ayent, Brigitte Dussex in Ayent, Jean-Blaise Dorsaz in Fully, Marie-Jo Rudaz in Vex und Andrée Fauchère in Evolène.

Bei den Katholiken ist es üblich, am Palmsonntag von den Priestern Wacholderzweige segnen zu lassen. Die Gläubigen nehmen diese mit nach Hause, wo sie bis zum nächsten Jahr aufbewahrt werden. Ende Jahr dienen Misteln und Stechpalmen zur Herstellung von Gestecken (Adventskränze, Gestecke, die an die Tür gehängt werden).

Germaine Cousin (Cousin, 2010) sowie andere von Kräuterschulen diplomierte Dozenten führen Gruppen in das Sammeln und Verarbeiten von Wildpflanzen ein.

Gelegentlich sammelt die Genossenschaft Valplantes in Sembrancher Schwarze Holunderblüten oder Meisterwurzblätter direkt in der Natur (Information von Fabien Fournier, Geschäftsführer). Weiter sammeln Botaniker Herbarbelege, um interessante Arten zu analysieren und die Richtigkeit ihrer Entdeckungen zu beweisen.

Informationen zum Sammeln von Wildpflanzen

Darauf bedacht, die Vielfalt der lokalen Flora zu bewahren, wird auf umsichtige Art und Weise gesammelt. Die geschützten Arten werden nicht geerntet, ausser die Edelraute und das Edelweiss – jedoch mit grösster Sorgfalt. Um die Plünderung der Standorte zu vermeiden, hat man seltene Pflanzen gezüchtet und angebaut. Allgemein versucht man, die Standorte nicht auszuplündern, um die Pflanzenpopulationen zu bewahren. Nachfolgend einige Beispiele gesammelter Pflanzen, je nach Verwendungszweck:

Heilpflanzen:

Am geläufigsten; werden für Mensch und Tier verwendet. Manche davon dienen ebenfalls als Gewürzkräuter. Nachfolgend eine nicht erschöpfende Liste, gegliedert nach den Pflanzenteilen, die benutzt werden:

Ganze, in Blüte stehende Pflanzen

Wermutkraut, Gemeine Schafgarbe, Moschus-Schafgarbe, Gemeiner und Alpen-Frauenmantel, Waldmeister, Weisser Silberwurz, Edelweiss, Kleinblütiges Weidenröschen, Gemeiner Augentrost, Echte und Schwarze Edelraute, Echter Ysop, Echtes Johanniskraut, Rainfarn, Echtes Eisenkraut.

Blätter

Wermutkraut, Birke, Gewöhnliche Berberitze, Esche, Meisterwurz, Wilde Malve, Isländisches Moos, Grosse Brennnessel, Kleiner Wiesenknopf, Spitzwegerich, Acker-Schachtelhalm, Lungenkraut, Echte Bärentraube, Rundblättriger Steinbrech, Weisser Germer (tötet die Läuse der Kälber).

Blumen

Arnika, Echte Kamille, Wilde Malve, Gemeine Nachtkerze, Echte Schlüsselblume, Echtes Mädesüss, Schwarzer Holunder, Winter- und Sommerlinde, Huflattich, Veilchen (Langspornveilchen und Acker-Stiefmütterchen).

Wurzeln

Gelber Enzian, Beinwell, Echter Eibisch, Meisterwurz, Rosenwurz, Kleine Bibernelle, Echtes Süssholz, Blutwurz, Echter Baldrian.

Samen und Früchte

Arve (Nüsschen), Hundsrose (Hagebutte), Gewöhnliche Berberitze, Vogelbeere, Wacholder, Gemeine Nachtkerze, Schwarzer Holunder.

Rinden

Silber-Weide.

Knospern

Fichte (Rottane).

Nahrungspflanzen, häufig mit medizinischen Eigenschaften

Liebstöckel (Blätter), Bärlauch (Blätter), Blaubeere (Früchte), Heidelbeere (Beeren), Himbeere (Früchte), Wald-Erdbeere (Früchte), Kornelkirsche (Früchte), Schwarzer Holunder (Früchte), Bärenklau (Blätter), Borretsch (Blumen), Echter Kerbel (Blätter), Süssdolde (Blätter und Samen), Guter Heinrich (Blätter), Echter Kümmel (Samen), Löwenzahn (Blätter), Schmalblättrige Doppelsame (Blätter), Heide-Wacholder (Früchte), Giersch (Blätter), Schopfige Traubenhyazinthe (Zwiebel), Oregano (Blätter), Ampfer (Blätter), Kleiner Wiesenknopf (Blätter), Portulak (Blätter), Meerrettich (Wurzel), Bohnenkraut (blühendes Kraut), Sand-Thymian (blühendes Kraut).

Pflanzen mit kosmetischen Eigenschaften

Echte Kamille (gezüchtete oder wilde Blumen), Edelweiss (gezüchtete Blumen), Fleischers Weidenröschen (gezüchtete oder wilde Blütenpflanzen), Kochscher Enzian (gezüchtete Blumen), Meisterwurz (gezüchtete oder wilde Blumen), Spitzwegerich (Blätter), Wald-Sanikel (gesamte Pflanze gezüchteter oder wilder Herkunft), Rundblättriger Steinbrech (Blätter), Schmetterlingsflieder (Blätter).

Zierpflanzen

Rostblättrige und Bewimperte Alpenrose (im Blütenstand für Sträusse), Edelweiss (vom Anbau), Weiden- und Ackerflora, Salweidenkätzchen, Kornelkirschenzweige.

Pflanzen für spielerische Zwecke

Margerite (Blumen), Schilf (Halm als Trillerpfeife), Traubenkropf-Leimkraut (Blumen), Wegerich (Halm), Alpen-Kuhschelle (Fruchtköpfchen), Fichte (Tannenzapfen), Ahorne (Flügelfrüchte), Schwarzer Holunder (Äste als Trillerpfeife, Blasrohr, Wasserleitungen), Kastanien (Stockausschläge als Trillerpfeife, Blasrohr), Walnuss (Frucht als Jo-Jo), Löwenzahn (hohler Halm als Trillerpfeife).

Pflanzen für handwerkliche Zwecke

Weide, Waldgeissblatt, Wolliger Schneeball.

Die Pflanzen werden von Hand oder mit einer Schere gepflückt, nach Art sortiert und in Jute- oder Papiersäcke gelegt. Zu Hause werden sie vorzugsweise frisch verarbeitet (Sirups, Öle, Elixiere, Salben). Manche werden an einem dunklen Ort ausgelegt und getrocknet (Tee und Gewürze). Heutzutage gibt es kleine Umluft-Dörrgeräte, die den Trocknungsvorgang verkürzen. Dabei müssen die vorgeschriebenen Trocknungstemperaturen unbedingt beachtet und eingehalten werden (beispielsweise 30-35 Grad für Aromapflanzen), damit die Wirkstoffe erhalten bleiben. Weitere Pflanzen werden tiefgekühlt, so etwa der Waldmeister oder der Bärlauch. Für grössere Mengen, beispielsweise im Bereich der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie, werden die gesammelten Pflanzen in Transportkörbe aufbewahrt und in grosse Trocknungsanlagen gebracht. Zur Revitalisierung von Lebensräumen und zur Aussaat werden ebenfalls Samen von lokalen Ökotypen (Wiesensalbei, Margerite, Gelber Blasenstrauch, Flaumeiche, Sibirischer Storchschnabel, Grasblättriger Hahnenfuss usw.) gesammelt.

Zur Erstellung eines Herbariums pflücken Botaniker von ihren interessanten Entdeckungen ein einziges Exemplar.

Das Sammeln erfolgt in der Regel autonom, manchmal auch in Gruppen, im Rahmen einer geführten Exkursion, eines Kurses oder eines Seminars.

Ursprung

Die Wildsammlung ist eine Tätigkeit, die von allen Völkern dieser Erde seit Urzeiten praktiziert wurde. Wie der französische Ethnobotaniker Pierre Lieutaghi 1998 zu sagen pflegte, galten Pflanzen schon immer als „treue Begleiterinnen“ des Menschen. 98 % der Weltgeschichte (ungefähr 3 Millionen Jahre) sind von der Wildsammlung als wesentliche Nahrungsquelle und wichtiger Bestandteil der Heilkunde geprägt (Roguet, 2011). Im Wallis liess sich der Mensch vor etwa 5’500 Jahren an den Berghängen nieder und fing an, Pflanzen und Tiere zu züchten. In Notjahren (Klimakatastrophen, Kriege usw.) wurde vermehrt Wildsammlung betrieben.

In der Antike beschrieb Hippokrates (460-370 v. Chr.) 234 Pflanzen, Theophrastos von Eresos (372-288 v. Chr.) 500 Pflanzen, Dioskurides (Griechischer Arzt, Pharmakologe und Botaniker, 40-90 n. Chr.) mehr als 600 Pflanzen.

Der Schweizer Arzt Paracelsus (Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, 1493-1541) suchte in der Morphologie der Pflanzen oder in ihrem Lebensraum nach Hinweisen bezüglich der Krankheit, die sie zu heilen vermochten. Unter dem Titel „Enchiridion historiae plantarum“ publizierte Conrad Gessner (1516-1565) 1541 ein Buch von grossem wissenschaftlichem Interesse. Pier-Andrea Mattioli (1500-1577), ein bekannter Arzt und Botaniker aus Siena, verfasste einen wichtigen Kommentar zu Dioskurides. Albrecht von Haller (1708-1777) veröffentlichte 1768 das Werk „Historia stirpium indigenarum Helvetiæ“, das 1791 auf Französisch übersetzt wurde und in zwei Bänden unter dem Namen „Histoire des plantes suisses ou Matière médicale et de l’usage économique des plantes“ erschien. Das Buch enthält Pflanzenbeschreibungen, mit einer Auflistung ihrer Eigenschaften und Hinweisen zu ihrer Verwendung.

Kurz darauf erfuhr die Chemie einen Aufschwung und stellte die natürlichen Medikamente in den Schatten. Manche Ärzte blieben ihnen jedoch treu und fuhren fort, ihr Wissen zu verbreiten. Während etwa einem Jahrhundert wurde die Pflanzenheilkunde vernachlässigt. Ärzten und Laien gelang es, die Kluft zwischen den geltenden Methoden und der belebten Natur aufzuzeigen. Man fand zurück zu den Pflanzen! 1891 setzte sich der Deutsche Priester Sebastian Kneipp (1821-1897) für die Wildsammlung ein, denn „es ist gesund, sich an der frischen, von Gott erschaffenen Luft zu bewegen, wenn die Sonne scheint und wir die warme, mit Duft erfüllte Atmosphäre einatmen, wenn es in der Natur fröhlich und festlich zu und her geht. Die grünen, mit Blumen bespickten Wiesen, das harzige Holz der Tannen, die Eichensträusse schenken dem beharrlichen Pflanzensammler Gesundheit“. Sein 1886 erschienenes Buch „Meine Wasserkur“ ist heute noch erfolgreich. Zwischen 1750 und 1900 ernteten manche Sammler- und Händler-Botaniker eindrucksvolle Pflanzenmengen, um Herbarien anzufertigen, die sie austauschten oder verkauften. Einige standen sogar im Ruf, Zenturien-Sammler zu sein (Burnat, 1897)! Tatsächlich fertigten sie pro Art etwa hundert Herbarien-Teile an, um sie über Umtauschgesellschaften in ganz Europa zu verbreiten.

Einige alpine Heilpflanzen wurden am Ende des 19. Jh. im von Genfern kreierten und finanzierten Garten La Linnaea in Bourg-Saint-Pierre angebaut. Während mehreren Jahrzehnten blieb dieser unbenutzt und wurde in den 1980er Jahren von der Société académique du canton de Genève neu gestaltet. 1887 übernahm der Verein La Murithienne die Verantwortung von drei weiteren alpinen Gärten am Grossen Sankt-Bernhard, in Zermatt und in Sitten und baute dort Bergpflanzen an. Aufgrund fehlender Mittel und trotz des Einsatzes des Präsidenten Ferdinand Othon Wolf wurden alle drei Gärten 1897 aufgegeben. Im Garten vom Grossen Sankt-Bernhard gibt es heute noch einige interessante Arten, beispielsweise den Rosenwurz, der seit dem 20. Jh. im Wallis nicht mehr benutzt wird.

1906 publizierte Ferdinand Othon Wolf ein kleines Buch über Walliser Heilpflanzen mit Angaben bezüglich ihres volkstümlichen Namens, ihrer Verwendung, ihres Lebensraums und ihrer Blütezeit. Ein Muster-Herbarium mit 109 Arten begleitete dieses Werk, das für Studenten, Priester sowie Lehrer bestimmt war. Ziel war, das Wissen über die Nutzung der Wildpflanzen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Er starb vor dem Erscheinen seines zweiten Werks. Schon um 1919 sprachen Goris und Demelly vom Anbau von Heilpflanzen. 1927 wurde in Champex ein privater Garten angelegt, der Jean-Marcel Aubert gehörte. Er wurde vom Genfer Gärtner Henry Correvon (1854-1939) angelegt. Als der Garten einige Jahre später dem Publikum zugänglich gemacht wurde, wuchsen dort schon mehr als 4000 Pflanzenarten aus dem Alpenraum. Heute wird er von der Stiftung Jean-Marcel Aubert verwaltet und finanziell vom Kanton Wallis und der Gemeinde Orsières unterstützt.

1928 berichtete Basile Luyet von der Volksmedizin von Savièse. 1933 führte Favre Richtlinien zum Anbau von industriellen Pflanzen auf. 1936 wurde durch Erlass des Staatsrats eine Liste der seltenen und gefährdeten Arten erstellt, begleitet von strikten Sammelanweisungen. Ignace Mariétan veröffentlichte 1950 im Journal Suisse de Pharmacie den Artikel „Flore pharmaceutique du Valais“ (Nr. 22, S. 382-389). Der Kräuter-Pfarrer Künzle publizierte 1956 ein interessantes Buch über die Heilwirkung von Pflanzen. 1957 veröffentlichte Alexandre Bourdin von Euseigne „La santé par les plantes“. Dieser Walliser Kräuterkundige kultivierte Pflanzen, richtete Trocknungsanlagen ein und installierte Mäh- und Schleifmaschinen mit dem Ziele, Pflanzen zu vermarkten. In den 1950er Jahren sammelte man in Vaas oberhalb Flanthey Nüsslisalat für einen Grosshändler (im regionalen Patois „Blantsetta“ genannt (Desfayes, 2002)), wohingegen in der Steppe des Gips-Grates Walliser Beifuss geerntet wurde. Die Ernte wurde in Lens zusammengetragen (Informationen von Agathe Nantermod-Rey in Conthey). Augustin Schmid von Vuisse erinnert sich, dass in Bellwald – sein Heimatdorf im Goms – die Jungen in den Jahren 1955-1960 für die Firma Zeller in Romanshorn Heilpflanzen sammelten, etwa den Frauenmantel, den Nelkenwurz, die Schafgarbe und das Johanniskraut. Dies erlaube ihnen, ihr Hochschulstudium zu finanzieren. Im Val de Bagnes brauchte man beispielsweise Eichenrinde zum Gerben von Leder oder in einer Salzsole zerdrückte Alpenampfer-Wurzeln, die dem Käse seine Ockerfarbe verliehen. Um Schlangen zu vertreiben, befestigte man an den Wiegen Gewöhnlichen Natternkopf (Nicollier und Nicollier, 1984). Zur selben Zeit sammelten die Leute am Rhoneufer Sanddornfrüchte. Diese an Vitamin C reichen Beeren wurden an die Firma Bioforce verkauft. Jean Loup wies 1965 darauf hin, dass die Wildsammlung für die Bergbevölkerung eine nicht zu unterschätzende Ressource darstellte. In seiner Dissertation zählte er Pflanzen auf, welche die Walliser Bevölkerung früher für ihre Heilkräfte, ihre appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung schätzten, nämlich „den Gemeinen Wacholder, die Herbstzeitlose, den Sadebaum, den Vogelknöterich, den Frauenmantel, den Beifuss, den Engelfuss, den Meisterwurz, den Fingerhut, den Enzian, die Melisse, das Wermutkraut, die Edelraute, die Minze, die Malve, das Wilde Stiefmütterchen. Einige dieser Pflanzen werden – einzeln oder sorgfältig gemischt – zur Herstellung von hausgemachtem Likör in Alkohol eingelegt. Fürs Kochen sammelt man Safranfäden, Kreuzkümmelsamen, Fenchel, Thymian, Liebstöckel usw. Ein Teil der Ernte wurde früher an Kräuterkundige und Apotheker verkauft. Diesen Absatzmarkt gibt es heute noch, jedoch nur begrenzt.“

Das Sammeln von Wildpflanzen nahm mit der Entwicklung des Tourismus zu (zur Herstellung von Alpenblumen-Sträussen). Ab den 1960er Jahren erlebten die natürlichen Therapieformen einen neuen Aufschwung. Zahlreiche Werke informieren und beraten die Leserschaft (Zermatten, 1980; Vogel, 1983; Fritsch, 1984; Pelt, 1985; Chabert, 1986; Treben 1987; Perrenoud und Fellay, 1998; Cousin-Zermatten, 1997; Hostetmann, 1997; Brüchweiler, 1999; Bretz-Heritier und Mounir-Luyet, 2003; Kramer, 2007; Roguet, 1988, 2011). Um den Schweizer Markt zu bedienen, bezog man die Ware zunächst aus den mediterranen und osteuropäischen Ländern. Ab 1980 und mit der Unterstützung von mehreren Schweizer Industrien züchtete die Schweizer Agrarforschung Aroma- und Heilkräuter und förderte deren Anbau in Berggebieten. Trotzdem wird heute noch eher sporadisch und unter Berücksichtigung der geltenden kantonalen Vorschriften gesammelt.



Auftreten ähnlicher Traditionen im Kanton, in der Schweiz und im Ausland

Je nach Region und Verwendung werden im Wallis unterschiedliche Pflanzen gesammelt. Beispielsweise braucht man im Mittelwallis zum Verheilen von Wunden Meisterwurzblätter (im Patois des Val d’Anniviers „agrou“ genannt, in Ayent „agrô“ (Desfayes, 2002)), während man in Saxon die Blätter des Rundblättrigen Steinbrechs und in Troistorrents den Wurzelstock des Allermannsharnisch (Kraut mit 9 Schalen) benutzt. Im Kanton Waadt verwendet man ebenfalls die Gewöhnliche Natternzunge, wohingegen der Meisterwurz – besser bekannt unter dem Namen „agrou“ – im Aostatal (Italien) als beste Heilpflanze überhaupt gilt (Armand, 1997).Je nach Region und Verwendung werden im Wallis unterschiedliche Pflanzen gesammelt. Beispielsweise braucht man im Mittelwallis zum Verheilen von Wunden Meisterwurzblätter (im Patois des Val d’Anniviers „agrou“ genannt, in Ayent „agrô“ (Desfayes, 2002)), während man in Saxon die Blätter des Rundblättrigen Steinbrechs und in Troistorrents den Wurzelstock des Allermannsharnisch (Kraut mit 9 Schalen) benutzt. Im Kanton Waadt verwendet man ebenfalls die Gewöhnliche Natternzunge, wohingegen der Meisterwurz – besser bekannt unter dem Namen „agrou“ – im Aostatal (Italien) als beste Heilpflanze überhaupt gilt (Armand, 1997).

Johannistagskreuz mit Echtem Johanniskraut, Foto Giuseppina Margurettaz, 2011‎‎

Um den verdauungsfördernden und gegen Erkältungen wirkenden Genepi-Edelbrand zuzubereiten, verwendet man im Wallis vor allem den Mutellin Beifuss, im Aostatal (Armand, 1997) und im Trentino den Wollköpfigen Beifuss (mündliche Mitteilung von Alessandro Bezzi aus Villazzano) und in Savoyen eher die Gletscher-Edelraute (mündliche Mitteilung von Anne-Laure Boniface, Wildpflanzensammlerin aus Bessans en Maurienne und von Christophe Delachat, Wanderleiter aus Saint-Gervais). Arianne Aimard von der Firma Dolin in Chambéry wies darauf hin, dass die Gletscher-Edelraute mit ihren grossen gelben Körben ausschliesslich zum Schmuck ihrer Flaschen dient, während der Genepi-Edelbrand vor allem mit Echter Edelraute und Mutellin Beifuss hergestellt wird. Die Moschus-Schafgarbe mit ihren ähnlichen verdauungsanregenden Eigenschaften wird in Graubünden gesammelt (Mitteilung von Frau Pierre-Joseh Charmillot-Curau aus Trélex) sowie im Veltlin und im Trentino (Mitteilung von Allessandro Bezzi), jedoch selten im Wallis. Im Aostatal wird die gekräuselte Art Rainfarn, auch „arquebuse“ genannt, für seine verdauungsfördernde Eigenschaften in den Gemüsegärten angebaut.


Um einen verdauungsanregenden Edelbrand herzustellen, sammelt man im Waadtländischen Jura (Vallées de Joux) und im Wallis unter anderem den Gelben Enzian (Wurzel), welcher auf kalkhaltigem Boden wächst. Im Tessin, beispielsweise im Valle di Blenio, ersetzt man diese Pflanze durch den Purpur-Enzian, der auf saurem Boden wächst. Zum Johannistag (24. Juni) fertigte man früher mit heiligen Kräutern Kreuze an, etwa mit dem Echten Johanniskraut, dem Gemeinen Beifuss, der Gemeinen Schafgarbe und dem Waldmeister. Die vom Morgentau nassen Pflanzen liess man in der Kirche segnen und brachte sie anschliessend am Türsturz der Häuser oder der Ställe an, um sich unter Gottes Schutz zu stellen. Laut Henri Armand (2008) gibt es im Aostatal eine ähnliche Tradition, die heute noch gepflegt wird. Im Kanton Freiburg organisiert François Couplan (1986) seit mehr als 35 Jahren Exkursionen, gefolgt von einer aus Wildpflanzen bestehenden Mahlzeit. 2008 gründete er eine Schule zur Ausbildung von Dozenten, die, geleitet von „einem neuen, notwendigen Lebensverständnis“, ihre Pflanzenkenntnisse weitergeben. Ausserdem organisiert er Kurse in der freien Natur, in Frankreich, in der Schweiz und in Belgien (Couplan, 2002).

In Frankreich gilt das Sammeln von Wildpflanzen immer noch als Beruf. Im Oktober 2011 wurde in Milly la Forêt in Angers die Association française des professionnels de la cueillette de plantes sauvages gegründet (Mitteilung von Claire Juilliand, Fachhochschule Luillier/GE).




Vorgesehene oder angewandte Massnahmen zur Erhaltung der Tradition

Um den Rückgang des Volkswissens über die praxisorientierte Botanik zu bekämpfen, ist es unumgänglich, dieses Fach verstärkt und von jüngstem Kindesalter an zu unterrichten, vom Kindergarten bis zur Hochschulstufe. Jegliche Initiative zur Förderung der kulturellen Praktiken, die mit der Natur im Zusammenhang stehen, muss gefördert werden. Kurse, Seminare, Praktika, Konferenzen, Vorführungen, botanische Exkursionen sind Mittel zur Erhaltung der Kenntnisse und zur Fortsetzung dieser Tradition. Zu nennen wären in diesem Zusammenhang die Ecole des plantes in Evolène, die Seminare von Germaine Cousin, die Konferenzen von Kurt Hostettmann (2001), die Kurse der Volkshochschule, die Konservierung von Nutzpflanzen in botanischen Gärten, Führungen, Sammelexkursionen samt Zubereitung von Mahlzeiten oder anderen Produkten usw. Weiter gibt es über dieses Thema eine reichhaltige Literatur und zahlreiche Medienberichte, die es erlauben, sich zu informieren. Um ein übermässiges Sammeln oder das Pflücken von geschützten Arten zu vermeiden, wurden vor einigen Jahrzehnten Gesetze und Verordnungen erlassen (1936 erster Erlass des Walliser Staatsrats über den Schutz wildwachsender Pflanzen). Die Listen der seltenen Pflanzen werden laufend aktualisiert. Um einen wichtigen Markt zu bedienen und so die Plünderung von Wildpflanzen zu vermeiden, haben diverse Firmen zusätzlich Aromapflanzen gezüchtet und angebaut, beispielsweise eine italienische Firma, die während des Zweiten Weltkriegs Wermutkraut auf dem sandigen Boden von Fully anbaute (Mitteilung von René Carron in Fully), oder die Firma Siegfried mit dem Anbau Roten Fingerhuts im Walliser Chablais (zwischen 1960 und 1970, Mitteilung von P. Achermann, ehemaliger Forscher bei Siegfried in Basel). Die eidgenössische landwirtschaftliche Forschungsanstalt von Changins hat über ihr Zentrum Les Fougères in Conthey in den 1980er Jahren ein Forschungs- und Unterstützungsprogramm für den Anbau von Aroma- und Heilpflanzen lanciert. Die neuen, von diesem Zentrum ausgewählten wilden Aroma- und Heilpflanzen werden im Wallis angepflanzt, aber auch in anderen Schweizer Kantonen, in Frankreich, Italien, Deutschland und im Quebec. Es sind dies die Edelraute, das Edelweiss, der Ysop, die Gemeine Schafgarbe, der Sand-Thymian, der Gelbe Enzian, der Frauenmantel, der Spitzwegerich und der Oregano (Rey 1983, 1994, 1997, 2002, 2004; Rey & Slacanin, 1999a, 1999b, Rey C. et al., 2002; Rey C. et al., 2011). Weiter werden Bergpflanzen-Datenblätter ausgearbeitet (Anonym, 2011), in Anlehnung an französische (Maghami, 1979), österreichische (Dachler und Pelzmann, 1999) oder deutsche Handbücher über den Pflanzenanbau (Fritzsche et al., 2007).

Die Erzeugungsgenossenschaft Valplantes wurde 1985 gegründet und bedient gemeinsam mit anderen Schweizer Genossenschaften diverse Märkte, wie Ricola, Weleda, Alpaflor, Dixa, Reitzel, usw. Sie baut etwa fünfzig Arten an und erzielte 2011 ein Produktionsvolumen von nahezu 120 Tonnen getrockneter Pflanzen. Diese Art ökologischer Produktion in Bergregionen stellt für die betroffenen Landwirte einen wertvollen Geldzufluss dar. Die Gärtner haben für den Gartenmarkt ebenfalls Pflanzen gezüchtet. Das botanische Konservatorium der Stadt Genf setzt sich seit einigen Jahren für die Erhaltung seltener Arten der Walliser Flora ein. Die in der Natur gesammelten Samen werden in einer Saatgutbank aufbewahrt. Einige Arten werden gezüchtet und anschliessend in den Gärten des Konservatoriums oder in ihrem natürlichen Lebensraum angepflanzt (Mitteilung von Catherine Lambelet).

Referenzen

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  • Rey C., B. Mercanti, F. Bondaz, U. Lini, S. Piotti, U. Piantini, F. Gaillard, G. Theodoloz und A. Grogg. Projet interrégional sur la culture du genépi blanc. Revue suisse Vitic. Arboric. Hortic. Band 34 (5) 325-337.
  • Rey C., Rey S., J. Vouillamoz, C. Baroffio und D. Roguet, 2011. Edelweiss reine des Fleurs. Editions du Belvédère, Fleurier und Pontarlier (F).
  • Rey C., Rey S., J. Vouillamoz, C. Baroffio und D. Roguet, 2011. Das Edelweiss, Botanik, Mythos und Kultur einer geheimnisvollen Alpenpflanze. AT Verlag, Aarau.
  • Roguet D., 1988. De la plante au médicament. Série documentaire 23 des Conservatoire et Jardin botanique de la Ville de Genève.
  • Roguet D., 2011. Utilités botaniques. Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève. Edition Glénat.
  • Treben M., 1986. Gesundheit aus der Apotheke Gottes – Ratschläge und Erfahrungen mit Heilkräutern. W. Heyne, München.
  • Vogel A., 1983. Le Petit Docteur, un ensemble varié de conseils utiles tiré de la médecine populaire suisse. Editions française Ariston, Genève.
  • Wolf F. O., 1905. Herbarium officinale Valesiae. Description et herbier de 109 plantes médicinales du Valais. Livre premier. Plantes médicinales indigènes ou cultivées en Valais, leurs propriétés et emplois en médecine populaire, 1906.
  • Zermatten M., 1980. L’homme aux herbes : roman/ Paris : Denoël.

Multimedia

Tondokumente

  • Gespräch mit Giuseppina Marguerettaz, Aosta, 20.11 2011. Von Charles Rey

Teil 1 Teil 2

  • Gespräch mit Marie-Andrée Follonier, Vex, 21.11.2011. Von Charles Rey

Teil 1 Teil 2

Fotografien



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