Tambouren und Pfeifer im Wallis

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Inhaltsverzeichnis

Zusammenfassung

Pfeife, die laut Überlieferung die Oberwalliser 1799 bei der Schlacht von Pfyn begleitet haben soll. Geschichtsmuseum Wallis; Depositum Gemeinde Steg.

Pfeifentöne und Trommelschläge gehören ursprünglich in die Tradition der Militärmusik, sie erfreuen sich aber insbesondere im Wallis auch ausserhalb der Armee grosser Beliebtheit. An Musikwettbewerben, Festen und lokalen Anlässen zeigt sich, wie wichtig die im Ober- und Unterwallis zusammen rund 2'000 Mitglieder zählenden 38 Vereine der Associations des tambours et fifres du Valais romand und des Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverbands sind. Die Rhythmen und Melodien tönen heute zwar meist fröhlich, entstanden aber sind sie in den Kriegen und Konflikten des ausgehenden Mittelalters und der folgenden Jahrhunderte, als unzählige Walliser als Söldner in fremden Diensten standen. Hier lernten sie die Instrumente spielen, und wenn sie in die Heimat zurückkehrten, lag ihnen viel daran, die Trommel- und Pfeifenmusik weiter zu pflegen und zu fördern. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts kamen Trommeln und Pfeifen vermehrt auch bei religiösen Festen (vor allem an Fronleichnam) und gesellschaftlichen, touristischen und Unterhaltungsanlässen zum Einsatz. Dazu gesellten sich nun Gesang und Marschmusik, wie beispielsweise der Appel au Drapeau (Fahneneid) und Tanzmusik wie die berühmte Grande Chaîne. Trommeln und Pfeifen sind zu einem festen Bestanteil des Musiklebens geworden. Im Wallis existieren immer noch verschiedene Pfeifenarten nebeneinander, und die Trommler spielen sowohl auf der im 19. Jahrhundert standardisierten militärischen Ordonnanztrommel als auch auf der Basler Trommel. Lange Zeit wurde die Technik nur direkt überliefert, inzwischen gibt es aber eine standardisierte Notenschrift, die meist in den Vereinen gelehrt wird. Tambouren und Pfeifer gehören vor allem im Wallis und in Basel zu einer tief verankerten Tradition.


Die Akteure

Die Tradition des Musizierens mit Pfeifen und Trommeln ist im Wallis, und vor allem im Oberwallis, sehr lebendig. Der Schweizerische Tambouren und Pfeifer Verband (STV) umfasst 185 Vereine mit 4’500 Peifern, Trommlern und Clairons, die Association des tambours et fifres du Valais romand besteht aus 12 Vereinen und der Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverband aus 26 Vereinen mit 1’100 Mitgliedern.

Die Vereine werden jeweils von Vorständen geführt, die sich um die Organisation und die finanziellen Belange kümmern. So gibt es etwa eine technische Kommission, die sich um die die Organisation der Wettbewerbe kümmert (anlässlich der regelmässig stattfindenden Verbandstreffen), aber auch um Anfänger- oder Fortgeschrittenen-Kurse und die Übungen. Die technische Kommission des Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverbandes entwickelt zudem noch weitere Aktivitäten: Sie bietet eine spezielle Vorbereitung für den Eintritt in die Militär-Tambouren an und dient als Durchlauf zur Armeemusik, sie bietet ihren Mitgliedern Kurse an, sammelt Natwärisch-Kompositionen und arbeitet mit der Allgemeinen Musikschule Oberwallis zusammen.

Die ersten Vereine im Oberwallis waren 1903 diejenigen von Stalden und Visperterminen, 1904 kam Staldenried und 1908 Eggerberg dazu. Die andern Vereine dieses Kantonsteils entstanden in den 1930er Jahren. Im Mittelwallis gründete 1933 St. Luc den ersten Verein, eine erste Tambourengruppe – Le Réveil – war allerdings bereits im November 1930 in Savièse entstanden. Der nächste Tambouren- und Pfeiferverein entstand 1944 in Siders. Alle anderen Vereine im französischen Kantonsteil wurden zwischen 1950 und 1980 gegründet. Die erste kantonale Walliser Vereinigung für Tambouren und Pfeifer war die 1930 entstandene Association Cantonale des Tambours et Fifres. In der Folge wurde im Mai 1931 das erste kantonale Treffen organisiert. Die Vereine von Siders (Collines de Sierre), Val d’Anniviers, Savièse, Ausserberg, Eggerberg, Eisten, Embd, Raron, Rhone (Eyholz, Lalden, Baltschieder), Stalden, Staldenried, Törbel, Visperterminen und Visp nahmen daran mit insgesamt mehr als 300 Tambouren und Pfeifern teil. Leider gab es kein Echo auf dieses Fest, die Idee einer kantonalen Vereinigung verlor sich. Die Oberwalliser gingen ihren eigenen Weg und gründeten noch im selben Jahr (1931) den Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverband. Trotzdem nahmen mehrere Oberwalliser Vereine regelmässig an den Veranstaltungen im Mittelwallis teil (Sitten, Siders, Savièse). 1969 entstand dann die Association des Tambours, Fifres et Clairons du Valais Romand (ATFCVR).



Ursprünge einer gelebten Tradition

“Vignolage” in Muraz bei Siders, 1942. Foto Mediathek Wallis – Martigny; Max Kettel.

Diese Art von Musik – Rhythmus und Melodie – stammt ursprünglich aus den Gefilden des Militärs, aus einer von zahlreichen Konflikten geprägten Zeit am Ende des Mittelalters. In der Schweiz führen die ersten Erwähnungen zur Schlacht von Dornbühl, wo 1298 die Stadt Bern den noch Habsburg unterstellten Freiburgern gegenüberstand. Wichtig im militärischen Kontext werden Tambouren ab Anfang des 15. Jahrhunderts. Waren es bis dahin einzelne Personen, die spielten, fanden sich Tambouren und Pfeifer nun mit anderen Musikern zusammen und wurden später zu einem wichtigen Bestandteil des Bundesheeres. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert zogen viele Walliser als Söldner in fremde Diensten. Viele von ihnen lernten dort diese Instrumente zu spielen und spielten sie nach ihrer Heimkehr weiter. Ab dem 19. Jahrhundert übernehmen diese Musiker eine aktive Rolle bei verschiedenen religiösen und gesellschaftlichen Anlässen (Fronleichnam, andere religiöse Feste, Nationalfeiertag, Schützenfeste, beim Gemeinwerk in den Reben, den „vignolage“ genannten ersten Rebarbeiten im Jahr). Es kommt also zu einer allmählichen Verlagerung von der reinen Militärmusik zum Religiösen und Gesellschaftlichen. Der Grossteil der Musiker kann keine Noten lesen und lernt das Spiel mit Hilfe der Anweisungen älterer Musikanten.

Bei den gespielten Stücken handelt es sich um Märsche (L’Appel au Drapeau, Marche des Dames au Château, Marche de Parade, Diane française), Tänze (die bekannte Grande Chaîne, La Rousse, Polka-Walzer) oder Lieder (Trois jeunes capitaines revenant de guerre, La Magali). Oft haben solche Musikstücke eine gemeinsame Basis, manchmal sogar identische, die Spielart und die instrumentale Ausführung variieren aber, manchmal sogar innerhalb des gleichen Tales. Oftmals war das Tambouren und Pfeifer-Spiel liiert mit einem Tanz – wie auch in anderen Schweizer Kantonen – und wurde dann in leichteren Varianten gespielt. Betreffend der Instrumentenherstellung – z. B. der Trommeln – war einer der ersten bekannten Hersteller im Jahr 1624 der Genfer Pierre Binet. Es gibt aber viel ältere historische Erwähnungen: Laut ikonographischen Quellen gibt es bereits ab Anfang des 12. Jahrhunderts in Deutschland erste Querflöten, die aus Byzanz stammen und kleine zylindrische Trommeln, die nach den Kreuzzügen nach Europa kamen. Auch haben Musiker und Musikologen bereits vor Jahrhunderten von Tambouren und Pfeifern berichtet (Sebastian Virdung, Martin Agricola, Thoinot Arbeau, Michael Praetorius, Marin Mersenne). Ab dem frühen 19. Jahrhunderts ersetzt dann das Piccolo die Militärpfeife (siehe - Kapitel XV. Zur Geschichte der Instrumente: Georg Duthaler, Trommeln und Pfeifen in Basel, Christoph Merian Verlag Basel, 1985).

Heute existieren im Wallis viele verschiedene Arten von Pfeifen nebeneinander: Im 18. und 19. Jahrhundert trugen die Oberwalliser Söldner bei der Rückkehr in ihre Dörfer ihre Uniformen, die sie laut Vertrag behalten durften. Auch brachten sie anderes militärisches Material mit, jedoch keine Pfeifen oder Piccolos, die Eigentum der verschiedenen militärischen Einheiten blieben. Die Pfeife unterlag also nicht der gleichen militärischen Vereinheitlichung wie die Trommel – die Instrumenten-Typen sind darum so vielfältig wie ihre Herkunft.

Im Val d’Anniviers findet man die typischsten Instrumente: In St. Luc und St. Jean aus Holz, in allen andern Dörfern des Tales aus Aluminium. Es handelt sich um kleine Querflöten mit 6 Griff-Löchern. Im Oberwallis stellen Herstellung und Gebrauch der Natwärischpfeife eine Jahrhunderte lange Tradition dar, die von Generation zu Generation weitergegeben wurde und die ursprünglich auf eine Querflöte der Renaissance zurückgeht: „Die Natwärischpfeife, wie sie im Wallis gespielt wird, findet unter ihren Vorgängerinnen die sogenannte Schweizer¬pfeife. Diese wurde im 13. bis zum 16. Jahrhundert in der Landsknechtmusik zusammen mit der Trommel gespielt. Diese Schweizerpfeifen besassen eine zylindrische Bohrung und neben dem Blasloch sechs Grifflöcher. Aus diesem Instrument erwuchsen weitere Modelle, mit konischer Boh¬rung, mit einem Es-Loch und sogar solche mit Klappen. In¬teressant ist, dass das Instrument, das heute im Oberwallis noch gespielt wird, diese Veränderungen nicht über sich er¬gehen lassen musste. Viele dieser Instrumente brachten sicher die Walliser, die als Söldner im Ausland ihr Brot verdienten, in ihre Heimat zu¬rück. Es ist bekannt, dass in Walliser Regimenten im Aus¬land Tambouren und Pfeifer die Regimentsmusik bildeten. Im Regiment de Courten (Frankreich) bestand 1790 eine Re¬gimentsmusik aus 31 Mann. Im Bataillon de Bon in Frank¬reich (1806-1809) unterrichtete ein Musiklehrer während sechs bis acht Monaten im Jahr die Pfeifer und Tambouren der Truppe. Wo und wann im Wallis Natwärischpfeifen gebaut wurden, ist schwer zu sagen. Doch eines ist sicher, man begann bald hier, bald dort zu drehen und zu bohren. Die bekanntesten Hersteller dieses Instrumentes im laufenden Jahrhundert sind: Oswald Albrecht (1918-1967), Karl Berchtold (bis 1979), Karl Wyssen und Norbert Wasmer (ab 1979). Die Instrumente wurden bis zur jüngsten Vergangenheit vor allem aus Kirschbaum-, Zwetschgen- oder Birnbaumholz hergestellt.“ (Aus: Tambouren und Pfeifer der Schweiz, Brig 1990, S. 22.) An andern Orten des Kantons haben viele Vereine diese Instrumente durch Orchester-Piccolos ersetzt.

Zu den Trommeln ist zu sagen, dass alle Instrumente von Hand hergestellt wurden. Die Hersteller und ihre wichtigsten Charakteristika sind in den untengenannten Werken beschrieben. 1857 wurden in einer Industrieausstellung in Bern Trommeln gezeigt, die von den beiden Blechschmieden F.C. Liechti und C. Reidenbach hergestellt worden waren. An der Landesausstellung von 1883 in Zürich wurden dann Instrumente von J. Hertig, Bern, und der Brüder Hug, Luzern und Zürich, und noch weitere ausgestellt. Obwohl Ende des 19. Jahrhunderts viele Industriefabriken Instrumente herstellten, arbeiteten viele Handwerker weiter an ihren Werken.

1851 wurde eine Ordonanztrommel der Schweizer Armee standardisiert und schnell im ganzen Land verbreitet. Die Musiker, Militär-Trommler, bekamen jetzt die Erlaubnis, ihr Instrument nach Hause zu nehmen und es bis zum Ende der obligatorischen Wehrpflicht zu behalten. Vier Modelle der Militär-Trommel folgen sich: die bereits erwähnte von 1851; 1884 eine zweite, die von einer deutschen Trommel beeinflusst wurde; jene von 1962, eine Rekonstruktion von derjenigen von 1851; und seit 1981 erhalten die Rekruten eine Trommel genannt „Basler“, mit einem Rahmen von 40 bis 42 cm und einer ungefähr gleichen Höhe. Im Wallis finden sich die gleichen Instrumente: Im Val d’Anniviers benutzen nur die Dörfer St. Luc, Ayer und Mission die Ordonanz-Militär-Trommel, in allen andern Vereinen spielt man auf der Basler-Trommel. Im Oberwallis ist es gemischt, einige benutzen nur die Ordonanz-Trommel, andere nur die Basler-Trommel, und weitere beide Trommeln.

(Für eine genauere bzw. detailliertere Beschreibung siehe: Georg Duthaler, Brigitte Bachmann-Geiser, Urs Ramseyer, Christoph Kreienbühl, Vom Trommeln und Pfeifen, Basel 1986, S. 46-53).



Aktuelle Praxis

Tambouren und Pfeifer von Visperterminen, 1967. Foto Mediathek Wallis – Martigny; Fonds Treize Etoiles.

Wie bereits beschrieben ist das Tambouren- und Pfeifer-Spiel im Wallis sehr lebendig. Die Einzel- und Gruppenübungen bilden die Grundlage dieser Musiktradition. Vor den eigentlichen Vereinsgründungen traf man sich nur selten aber regelmässig, einige Tage vor den religiösen Festen, vor allem vor Fronleichnam (siehe dazu: Hanns In der Gand, Pfeiferweisen aus dem Eifischtal, 1931). Vor der Niederschrift durch ausgebildete Musiker (wie z. B. In der Gand) wurden die Stücke ausschliesslich mündlich weitergegeben. So entstanden im Verlauf der Zeit feine Modifikationen der Originalstücke. Vor der Entstehung der Vereine spielten bekannte Musiker alte Märsche (Marche de Sébastopol, Napolitaines…), die historischen Zapfenstreiche oder verschiedene Tänze. Um 1930 wurden die ersten Vereine gegründet, unter anderem mit dem Ziel, die alte Musik (im Oberwallis „Ahnenmusik“) zu erhalten und zu fördern.

Bis 1925 wurden die Noten im alten, noch mittelalterlichen Stil niedergeschrieben. Später führte der Basler Fritz Berger die bis heute gültige Schreibweise ein, was dann auch eine Erweiterung des Repertoires erlaubte. („Dr. Fritz Berger, genannt ‚Frutz’, 1895-1963. Bekannt als ‘Drummel-Doggter’. Gründer der Alti Richtig, Armee-Trommelinstruktor, Erfinder der Berger'schen Trommelnotation (bis 1926) und Verfasser des Lehrgangs ‘Das Basler Trommeln’ (1928). Hat sich Zeit seines Lebens mit dem Trommeln im allgemeinen und dem Basler Trommeln im besonderen befasst und weltweit vielfältige Kontakte gepflegt.”)

Bei den Pfeifen zeichnete sich eine parallele Entwicklung ab. Auch dieses Instrument wurde von den meisten Musikern nach Gehör gespielt, ohne Notenkenntnisse. Im Oberwallis wurden dann unter der Präsidentschaft und auf Anregung von Werner Berchtold von 1960 bis 1976 die alten Melodien niedergeschrieben. Gleichzeitig versuchte man, das Notenlesen schon beim Erlernen zu vermitteln: “Weil die Voraussetzung, Noten zu lernen, sowohl bei den Leitern als auch bei den Musikanten nicht genügten, baute er ein einfaches System auf und hielt jeden Ton mit einer bestimmten Zahl fest. Dies trug viel zur Vereinheitlichung des Spiels bei. Die Qualität der Vorträge stieg erheblich an.“ (Tambouren und Pfeifer der Schweiz, S. 24.) Dieses sehr einfache aber klare System, ähnlich der Tabulatur von Gitaristen, wurde dann 1980 durch eine echte musikalische Schreibweise ersetzt (mit Noten). Sofort förderte das die Entstehung von neuen Pfeifer-Kompositionen. Diese hatten allerdings vielerorts Mühe, ihren Platz zu finden. So zeigt sich hier einmal mehr der alte Kampf zwischen Tradition und Moderne. Die neuen Musikstücke (vor allem durch die jüngeren Vereine akzeptiert) werden heute Seite an Seite mit den alten, traditionellen Melodien gespielt (die quasi eine Visitenkarte für die lange Geschichte eines Vereins darstellen). Wie bereits erwähnt wurden viele der Melodien um 1930 im Val d’Anniviers von Hanns In Der Gand wieder hervorgeholt und niedergeschrieben (in ihrer Form von Anfang 20. Jahrhundert; siehe unten: Beispiele von Musikstücken).

Die musikalische Welt der Tambouren und Pfeifer im heutigen Wallis spiegelt die Gesellschaft wieder, in der wir leben: sie ist offen, vielfältig und lebendig. So geben beispielsweise auf der Homepage der Association des Tambours et Fifres du Valais Romand die Tambouren und Pfeifer von Siders folgende Angaben zu ihrem Repertoire : „La société joue des pièces musicales de style bâlois. Afin de varier son programme et de s'ouvrir à un public plus grand, elle s'est mise à interpréter des œuvres modernes issues des styles allant du rock aux musiques sud-américaines, de la percussion à la musique classique. Elle exécute aussi sur place des productions de tambours et fifres seuls de hautes difficultés techniques.“ Wie schon früher spielen auch heute die Mehrheit der Walliser Tambouren- und Pfeifervereine eine aktive Rolle im gesellschaftlichen Leben ihrer Dörfer und Städte. Wenn es auch heute nur mehr wenige religiöse Feste gibt (ausser Fronleichnam), sind die Vereine vermehrt bei touristischen Veranstaltungen aktiv; sie repräsentieren dort eine authentische Verbundenheit mit dem ursprünglichen Wallis. Einige Gruppierungen unterstützen manchmal auch touristische Werbeaktionen.

Wie bereits erwähnt arbeiten die Oberwalliser Tambouren- und Pfeifervereine (OWTPV) mit der Allgemeinen Musikschule Oberwallis zusammen, so z. B. in Sachen Instrumentenlehre und Spieler-Rekrutierung – letztendlich um den Fortbestand der Vereine und die Einzel- und Kollektivübungen zu sichern. So werden die SchülerInnen gemeinsam in Theorie und Praxis betreut und es werden Kurse angeboten. Im Unterwallis gibt es nichts Entsprechendes, alle Vereine organisieren ihre eigenen Kurse. Einige wie z. B. Siders, haben eine eigene Musikschule, die die jungen Musikerinnen und Musiker betreut.



Ähnliche Traditionen in der Schweiz

Die traditionelle Musik der Tambouren und Pfeifer gibt es überall in der Schweiz, in der „Ausserschweiz“ ist die Stadt und Region Basel der wichtigste Pol. Hier sind die Pfeifen Piccolos und die Trommeln exklusive Basler-Trommeln. Die Traditionen dieser Stadt, ihre Instrumente, Musikstücke und noch andere Aspekte beeinflussen bis heute die Tambouren und Pfeifer in der ganzen Schweiz und auch im Wallis (z. B. die Tambouren und Pfeifer von Siders). Die geographische Situation und ihr Charakter als Grenzstadt spielten und spielen eine Rolle in ihrer Begeisterung für die Kunst des Trommelns. Der Hauptimpuls kam hier ursprünglich von französischen Truppen, die 1798 in Basel ein Standquartier hatten. In den vergangenen beiden Jahrhunderten äusserte sich diese Kunst insbesondere beim „Morgenstreich“ und beim „Gässeln“. "Am Montag nach Aschenmittwoch erwacht die Stadt mit dem "Morgenstreich". Um Punkt 4 Uhr erlöschen alle Lichter der Stadt. In den Gassen und Strassen erklingen tausende Piccolos, die zusammen die traditionelle und archaische Melodie des "Morgenstreich" spielen." (http://www.basel.com/fr.cfm/baselinfo.) In der Ostschweiz wird diese Tradition zusätzlich noch durch das Clairon (eine Signaltrompete) bereichert. Der Schweizerische Tambouren- und Pfeiferverband ist auf verschiedenen Ebenen aktiv und unterstützt und fördert die brauchmässigen und musikalischen Tätigkeiten.



Referenzen

1.
Bittel, Josef
Walliser Tambouren und Pfeifer im Dienste der Heimat
Offset Mengis Visp, 1970
PDF Kirchenmarsch – Oberwalliser (Berchtold), p. 137


2.
Schweizerischen Tambouren-Verband
Die Tambouren-, Pfeifer- und Clairon-Vereine der Schweiz
Brig: Rotten-Verlag, cop. 1990 (Visp : Mengis Druck und Verlag)


3.
Duthaler, Georg, Brigitte Bachmann-Geiser, Urs Ramseyer, Christoph Kreienbühl
Vom Trommeln und Pfeifen
Edition Riannon AG, Basel, 1986


4.
In der Gand, Hanns
Pfeiferweisen aus dem Eifischtal
ln : Schweizerisches Archiv für Volkskunde Bd. 31, 1931
PDF Marche de paradeMarche en allant aux vignesLa grande chaînela rousse p. 16 et suiv.


5.
Duthaler, Georg
Trommeln und Pfeifen in Basel
Christoph Merian Verlag, Basel, 1985


6.
Bachmann-Geiser, Brigitte
Die Volksmusikinstrumente der Schweiz.
Handbuch der europäischen Volksmusikinstrumente Serie I, Bd. 4., Leipzig/Zürich, 1981


7.
Association des Tambours et Fifres du Valais Romand


8.
Oberwalliser Tambouren- und Pfeiferverband


Andere PDF Dokumenten :



Multimedias

Musik

MP3 tirés de Fifres et tambours du Valais romand, disque réalisé avec l'Association des tambours, fifres et clairons du Valais romand, JL Ballestraz, Martigny, 1997 :


Film

Le vignolage. DVD : „75 ans des Fifres et Tambours de St Luc“

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